"Clement ist von der Industrie ferngesteuert"

Deutschlands oberste Verbraucherschützerin Edda Müller hat den Stromkonzernen E.ON, RWE, Vattenfall Europe und EnBW vorgeworfen, sich wie in einem Selbstbedienungsladen aufzuführen. Im Gespräch mit der Berliner Zeitung sagte die Chefin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, die Konzerne hätten im großen Stil Stadtwerke aufgekauft, die Bedingungen für die Nutzung ihrer Netze selbst festgelegt und sich somit Konkurrenten vom Hals gehalten. Der private Verbraucher sei weitgehend machtlos. Der Stromwettbewerb sei weitgehend zum Erliegen gekommen.

Auch mit Wirtschaftsminister Wolfgang Clement ging sie hart ins Gericht. Der Minister sei in Energiefragen von der Stromwirtschaft ferngesteuert, zumal E.ON und RWE in seiner Heimat Nordrhein-Westfalen ansässig sind. Clement glaube, dass die Interessen der Energiewirtschaft deckungsgleich mit den Interessen Deutschlands seien. Müller warf Clement vor, dass für ihn Verbraucherschutz nur eine karitative Angelegenheit sei. Dass Verbraucherschutz mittel- und langfristig zu mehr Vertrauen in Produkte, Konsum und damit Arbeitsplätzen führe, verstünde er nicht. (st)

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