Deutsche Energiebörse plant Handel mit Erdgas

Der deutsche Gasmarkt steht vor einer tiefgreifenden Änderung. So plant die deutsche Energiebörse EEX mittelfristig einen Einstieg in das Geschäft mit Erdgas. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der EEX, Hans-Bernd Menzel, dem Tagesspiegel. "Technisch sind wir dazu sehr schnell in der Lage." Bisher kann an der EEX (European Energy Exchange) nur mit Strom und Kohlendioxid-Zertifikaten gehandelt werden.

Einen konkreten Zeitplan hat die EEX allerdings noch nicht ins Auge gefasst. "Das hängt maßgeblich davon ab, wie die Liberalisierung des Gasmarkts vorankommt", sagte Menzel. Im Laufe dieses Jahres will die Bundesnetzagentur die Durchleitungsgebühren der Gasnetzbetreiber kontrollieren. Dadurch könnte der Wettbewerb und damit der Gashandel an Schwung gewinnen.

Für den deutschen Gasmarkt wäre die Eröffnung einer allgemein zugänglichen Handelsplattform etwas völlig Neues: Bisher wird Erdgas hierzulande vor allem über langfristige Lieferverträge gehandelt; auch kurzfristige Geschäfte können nur bilateral oder über Broker abgeschlossen werden. Einen allgemein anerkannten Marktpreis für Erdgas gibt es daher - anders als in Großbritannien - nicht. Durch den Handel an der Börse könnte sich das ändern.

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