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28.02.2008 Warnung vor Stromausfällen "Panikmache"


Martin Pehnt vom Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg hält Warnungen vor zeitweiligen Ausfällen in der Stromversorgung für Panikmache. Das sagte er in einem Interview mit dem "Deutschlandfunk". Damit gab er auch eine Antwort auf den Vorstandsvorsitzenden von RWE, Jürgen Großmann, der zuvor in der BILD-Zeitung vor mehrtägigen Stromausfällen gewarnt hatte.

"In ganz Europa wird Strom knapp, weil Kraftwerke fehlen", sagte Großmann der BILD-Zeitung. Es drohten im europäischen Netz "mehrtägige Stromausfälle schon in diesem Jahr, die auch Deutschland hart treffen können". Um dies zu verhindern, müssten "Politik und auch die Bürger ihren Widerstand gegen den Neubau von Kraftwerken aufgeben" und auch die Stromerzeugung aus Braunkohle und Atomkraft akzeptieren.

Pehnt hielt dagegen, 2007 seien aus verschiedenen Gründen fünf deutsche Atomkraftwerke (AKW) zeitgleich nicht am Netz gewesen, und es sei immer noch Strom exportiert worden. Außerdem leisteten AKW nur "einen fragwürdigen Beitrag zur Versorgungssicherheit". Sie müssen in heißen Sommern heruntergeregelt werden, weil zum Beispiel nicht genügend Kühlwasser da ist. Dabei werden wir "in 20 Jahren mehr Strom aus erneuerbaren Energien haben, als wir jetzt aus Atomkraft erzeugen", prognostizierte der Forscher.

Dabei sieht auch Pehnt, dass neue Kraftwerke nötig sind. Er plädiert jedoch für einen verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien und für mehr Gaskraftwerke. Diese seien viel umweltfreundlicher als Kohlekraftwerke und würden deshalb vom Emissionshandel, der ab 2012 voll greifen soll, viel weniger belastet. Wenn diese Gaskraftwerke dann noch in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben würden, seien sie "besonders effizient und auch besonders klimaverträglich", auch wenn sie nicht mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

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