29.03.2002 Bundeskartellamt beklagt hohe Mieten für Stromzähler


Das Bundeskartellamt hegt den Verdacht, dass Netzbetreiber wie RWE, E.ON, Bewag oder HEW bei der Abrechnung der Stromzähler "missbräuchlich überhöhte Messpreise" in Rechnung stellen. Das berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) in der Ausgabe vom 28. März 2002. Nach Einschätzung von Marktkennern ließen sich die Kosten für die Strommessung in vielen Fällen auf ein Drittel oder weniger senken, wenn im Stromzählergeschäft Wettbewerb einsetzen würde.

Nach Angaben des Bundeskartellamtes schwanken die jährlichen Preise, für Haushalts-Stromzähler, je nach Versorgungsunternehmen zwischen 15 und 75 Euro. Bei Firmenkunden in der Niederspannungsebene liegt die Preisspanne für die Leistungsmessung zwischen 400 und 1900 Euro. Diese hohen Preisschwankungen sind nach Ansicht des Kartellamtes nicht rational durch unterschiedliche Kosten erklärbar, weshalb der Verdacht missbräuchlich überhöhter Preise nahe liege.

"Das Messen von Strom ist zwar nur eine Nische, aber eine, in der dicke Monopolgewinne gemacht werden", sagte der wettbewerbspolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, Hartmut Schauerte, der FTD. Er und die Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, Michaele Hustedt setzen sich dafür ein, dass die Liberalisierung der Strommessung im Energiewirtschaftsgesetz festgeschrieben wird.

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