Wieviel Öko steckt in Ökostrom-Zertifikaten?
Der Verein Energie Vision wird vom Öko-Institut, der Verbraucherschutzzentrale NRW und dem WWF getragen. Mit ok-Power gekennzeichnete Ökostrom-Produkte werden einerseits nach dem Fondsmodell, andererseits nach dem Händlermodell zertifiziert. Energie Vision definiert Ökostrom in gleicher Weise wie das Grüner Strom Label – nach den im EEG festgelegten Bestimmungen. RECS-zertifizierter Strom wird unabhängig von der Liefermenge als Ökostrom anerkannt. Nach dem Fondsmodell zertifizierte Ökostrom-Produkte dürfen ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien nach dem EEG beinhalten. Um einen Anreiz zum Neubau von Ökostrom-Erzeugungsanlagen zu geben, muss mindestens ein Drittel des Stroms aus Anlagen kommen, die nicht älter sind als sechs Jahre (Neuanlagen). Ein weiteres Drittel des Stroms muss aus Anlagen kommen, die nicht älter als zwölf Jahre (neuere Anlagen) sind. Nach dem Händlermodell zertifizierte Ökostrom-Produkte dürfen zusätzlich bis zu 50 Prozent Strom aus effizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) beinhalten. Darüber hinaus muss in jedem Kalenderjahr der gemeinsame Anteil von Strom aus Neuanlagen und Strom aus neueren Bestandsanlagen mindestens 66 Prozent des Beschaffungsportfolios ausmachen. Auch der Strom aus neuen und neueren Bestandsanlagen darf maximal zur Hälfte aus gasbefeuerten KWK-Anlagen stammen. Bewertung: Ökostrom-Produkte mit dem ok-Power-Zertifikat können RECS-zertifizierten Ökostrom beinhalten, das heißt, der Verbraucher kann nicht sicher sein, ob er wirklich mit Strom aus erneuerbaren Energien beliefert wird. Beim Fondsmodell besteht ein nachhaltiger Umwelteffekt, beim Händlermodell ist dieser Umwelteffekt eher zweifelhaft. Der Kennzeichnung sieht man nicht an, ob das Produkt nach dem Fonds- oder dem Händlermodell zertifiziert worden ist.
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