Gutachten empfiehlt sächsische Gebiete für Atommüll-Endlager

23.09.2011 von

Als mögliche Standorte für ein deutsches Atommüll-Endlager werden einer Untersuchung zufolge auch Regionen in Sachsen empfohlen.

Das geht aus einem bereits 1994 erstellten Gutachten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hervor, wie ein Sprecher des sächsischen Umweltministeriums am Donnerstag auf dapd-Anfrage sagte. Er bestätigte damit Berichte des „Sachsenspiegels“ und der „Dresdner Morgenpost“. Linkspartei und Grüne forderte Transparenz bei der Suche nach einem Endlager.

In dem Gutachten, das viele Jahre im Bundes-umweltministerium in der Schublade lag, werden die geologischen Voraussetzungen für ein Endlager im Erzgebirge und im Vogtländischen Schiefergebirge sowie der Lausitzer Scholle im Gebiet zwischen Radeberg, Pulsnitz und Löbau als günstig bewertet. Neben Sachsen werden auch Regionen in Sachsen-Anhalt und Bayern als Endlager für hoch radioaktiven Abfall empfohlen.

Der Ministeriumssprecher sagte, in dem Gutachten würden nur „untersuchungswürdige“ Regionen aufgelistet. Das bedeute, die Regionen seien schon daraufhin geprüft worden, ob sich eine weitere Untersuchung lohne.

In dem Gutachten heißt es, das Papier sei als „Vorstufe für eventuell weitere Studien zu sehen“. Die ausgewählten Regionen seien in die „weiterführende Diskussion einzubeziehen“.

Bis 2015 muss Deutschland laut einer EU-Richtlinie konkrete Pläne für ein Atomendlager vorlegen. Ein Endlager für hoch radioaktiven Müll gibt es in der Bundesrepublik bisher nicht. Der Standort Gorleben in Niedersachsen wird derzeit ergebnisoffen erkundet.
(dapd/mpc/jmy /1) 

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