Tschernobyl-Jahrestag: Europäische Bürgerinitiative gegen Atomkraft gestartet

27.04.2012 von

Anlässlich des gestrigen 26. Tschernobyl-Jahrestags hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zusammen mit weiteren Partnerorganisationen eine Europäische Bürgerinitiative gegen Atomkraft und für eine sichere Energiezukunft gestartet.

Nachdem EU-Bürgerinnen und -Bürger seit Anfang April europaweite Bürgerinitiativen bei der EU-Kommission anmelden können, will der BUND als deutsches Mitglied von Friends of the Earth dieses neue politische Mittel erstmals nutzen, um unter dem Motto „Meine Stimme gegen Atomkraft“ eine bestimmte Form der Energieerzeugung europaweit zu Fall zu bringen.

In der EU seien derzeit 133 Atomreaktoren in Betrieb, davon 62 als „Hochrisikoreaktoren“ einzustufende Anlagen. Diese hätten häufig keine Schutzhüllen, befänden sich in Erdbebengebieten oder seien inzwischen mehr als 30 Jahre alt. „Diese Hochrisikoreaktoren müssen als erstes sofort stillgelegt werden, denn von ihnen geht die größte Gefahr aus“, sagte BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. „Leider hat bisher der politische Wille dafür gefehlt. Mit der Europäischen Bürgerinitiative gibt es jetzt endlich eine greifbare Möglichkeit, den Weg in eine sichere und saubere Energiezukunft zu ebnen“, erklärte Weiger.

Die Bürgerinitiative werde in insgesamt zwölf Ländern eingereicht, wobei in jedem der 27 EU-Staaten Unterschriften gesammelt werden könnten. Der BUND und seine Partner hätten deutlich mehr als die vorgeschriebenen mindestens sieben Mitgliedsländer für den zu gründenden Bürgerausschuss gewinnen können, sagte Weiger.