Textilbranche verweigert EEG-Umlage

26.06.2012 von

Die zur Förderung erneuerbarer Energien eingeführte EEG-Umlage stößt auf wachsenden Widerstand aus der Textilbranche. Die kaum noch planbaren Kosten der Umlage belasten vor allem Mittelständler, die mit ihrem Stromaufkommen knapp unter der Härtefallgrenze liegen.

Wie das Wirtschaftsmagazin „impulse“ berichtet, verweigern inzwischen vier Unternehmen die Zahlung der Umlage an ihre Stromlieferanten. Cristoph Schäfer, Anwalt des Gesamtverbands Textil + Mode, erwartet daher in Kürze die ersten Klagen der Versorger. Ein solcher Rechtsstreit wäre den Unternehmern nur Recht. Sie wollen den Fall bis vor das Bundesverfassungsgericht bringen.

Aktuell müssen Unternehmen, die nicht unter die Ausnahmeregelungen fallen, rund 3,6 Cent pro Kilowattstunde zahlen. Für das nächste Jahr rechnen Experten bereits mit bis zu fünf Cent. „Wenn das so weitergeht, dann sind die Kosten für die Umlage bald so hoch wie unser Gewinn. Dann können wir zusperren", erklärte Textil-unternehmer Bernd Drechsel gegenüber „impulse“. Seit März zahlt seine Firma die Ökostrom-Umlage nicht mehr.

Gregor Götz, Geschäftsführer des Textilbetriebs Vowalon aus Sachsen, schloss sich dem Boykott im Mai an. Die EEG-Kosten für seinen 180-Mann-Betrieb hätten im vergangenen Jahr schon bei 180.000 Euro gelegen. Da die meisten seiner Konkurrenten im Billigstromland Frankreich sitzen, fürchtet er, im Wettbewerb nicht mehr mithalten zu können.