Eon: Koalition hält Einstieg von Gazprom sinnvoll
Führende Wirtschaftspolitiker von Union und FDP halten einem Zeitungsbericht zufolge einen Einstieg des russischen Gazprom-Konzerns bei dem Energieversorger Eon für energiepolitisch sinnvoll.
„Ohne Atomkraft ist Deutschland künftig an Gaslieferungen aus Russland noch mehr interessiert als früher“, sagte Martin Lindner, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, dem „Handelsblatt“ im Bezug auf die mögliche Beteiligung des russischen Staatskonzerns an Eon. Ein Einstieg von Gazprom bei Eon oder deren Gastochter Eon Ruhrgas würde diese wichtige deutsch-russische Kooperation stabilisieren und der gesamten deutschen Wirtschaft bezahlbare Strompreise sichern. „Die Grenzen einer Übernahme durch Gazprom werden allerdings dort sein, wo der größte deutsche Energieversorger seine Selbstständigkeit verlieren könnte“, sagte Lindner.
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Ähnlich positiv wie Lindner äußerte sich auch Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, zu einer möglichen Beteiligung Gazproms bei Eon: „Ablehnende Reflexe gegen einen Einstieg von Gazprom bei Eon sind unsinnig“, sagte Pfeiffer der Zeitung. Gazprom betreibe seit Jahren mit BASF erfolgreich das Joint Venture Wingas. „Sollte Gazprom in den Energiesektor größer einsteigen, könnte sich das auch für die deutsche Wirtschaft lohnen. Mit dem beschleunigten Ausstieg aus der Kernkraft kann und wird Gas eine viel größere Rolle zur Sicherung einer stabilen Versorgungssicherheit für die deutsche Wirtschaft haben“, sagte Pfeiffer.
(dapd/mwo/pcz /3)