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Super-Solar-Sommer bringt 500 Kilowattstunden pro Quadratmeter

10.09.2015 von

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat der abklingende Sommer zum Super-Solar-Sommer erklärt. Die Sonne versorgte Deutschland vom 1. Juni bis 31. August mit rund 500 Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter.

Das sind lauf BSW-Solar sechs Prozent mehr als im langjährigen Mittel. Nach Ansicht des Verbands ist der Super-Solar-Sommer aber nicht ausreichend. Vielmehr müsse mit einem entschiedenen Solarenergie-Ausbau Klimaschäden begrenzt werden.

Noch nie produzierten die Solaranlagen Deutschlands so viel Ökostrom. Im Super-Solar-Sommer erzeugten die Solarnlagen 14,1 Milliarden Kilowattstunden. Das ist ein Plus von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit wurde im Super-Solar-Sommer 2015 ein neuer absoluter Solarstromrekord aufgestellt. Diese Strommenge reicht laut BSW-Solar aus, um den gesamten Jahresbedarf von vier Millionen Haushalten zu decken.

Super-Solar-Sommer auch Zeuge für Klimawandel

 „Die Besitzer der 3,5 Millionen Solaranlagen in Deutschland können sich nach dem Super-Solar-Sommer über eine Rekordernte freuen. Die Aussicht auf gute Erträge bei gleichzeitig stark gesunkenen Solartechnikpreisen macht immer mehr Menschen und Unternehmen zu Solarenergienutzern“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Besonders stark gewachsen sei zuletzt die Zahl der Solarwärmeanlagen und Solarstromspeicher. 

Der Super-Solar-Sommer hatte aber auch seine Schattenseiten. Der Sommer brachte Deutschland nämlich auch Rekordhitze mit Temperaturen von örtlich über 40 Grad Celsius und viel zu wenig Niederschlag. In Südhessen, Nordbayern, Sachsen und Südbrandenburg waren die Böden so trocken wie seit über 50 Jahren nicht mehr. „Dieser Sommer ist ein Schuss vor den Bug der Energie- und Klimapolitik. Ein rascherer Ausstieg aus der Verbrennung von Kohlenstoff ist dringend geboten und kann durch einen beherzteren Ausbau der Solarenergie kosteneffizient erreicht werden“, sagt Körnig.

„Die hohe Solarstromproduktion im Super-Solar-Sommer belegt, dass Photovoltaik auch bei großer Hitze ein verlässlicher Elektrizitätslieferant ist. Anders als Kohle- und Kernkraftwerke sind Solarstromanlagen nicht von Kühlwasser abhängig, das bei großer Hitze und fehlenden Niederschlägen schnell knapp wird“, so Körnig. Doch auch im Wärme- und Mobilitätssektor müsse der Anteil Erneuerbarer Energien dringend erhöht werden. Erst kürzlich forderte der BSW-Solar von der Bundesregierung daher eine „Sommerpause“ für die Förderung neuer Gas- und Kohlekraftwerke, um in dieser Zeit die großen Potenziale der Solarenergie auch für die Fernwärmenutzung besser erschließen zu können.

Neben Eigenheimbesitzern nutzen auch immer mehr Unternehmen in Deutschland Solarenergie und Solarspeicher. Neu ist dabei, dass Hausbesitzer oder Gewerbetreibende nicht mehr unbedingt selbst in eine Solaranlage investieren müssen. Körnig: „Bei neuen Betreiberkonzepten wie Pachtmodellen können sich Unternehmen voll auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und trotzdem von preisgünstigem Solarstrom profitieren. Bereits mehr als 50 Stadtwerke bieten derartige Betreibermodelle – auch für Privatleute – an. Der BSW-Solar unterstützt mit Ratgebern und Musterverträgen dabei, die Sonne fürs eigene Unternehmen anzuzapfen.“