Was tun nach einem Stromunfall?



Mal eben den Fernseher aufgeschraubt und den Wackelkontakt gesucht. Oder die Kontaktprobleme an der Steckdose überprüft. Und schon ist es passiert: Der Hobbybastler steht unter Strom, Herzrhythmusstörungen können auftreten. Es kann zum Herzstillstand kommen. In diesem Fall helfen die Erste-Hilfe-Tipps von Dirk von Jakubowski, Lehrbeauftragter in der Johanniter-Unfall-Hilfe für Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

Was genau geschieht?

Der Strom wird durch den gesamten Körper geleitet, bis er einen Punkt zum Austreten findet (Potentialausgleich). Hierdurch kommt es unter anderem zu einer Muskelverkrampfung. Das heißt, der Betroffene kann sich zumeist nicht mehr selber vom Strom lösen. Erst wenn der Stromkreis unterbrochen wird, endet die Muskelverkrampfung.

Was sollte man nicht tun?

Wer meint, den  Betroffenen durch einfaches Wegreißen vom Stromkreis zu lösen, liegt falsch. Denn auch der Ersthelfer wäre in diesem Fall betroffen. Er würde Teil des Stromkreises werden und damit „hinge auch er am Strom fest“. Keinesfalls sollte zu sogenannten „nichtleitenden Hilfsmitteln“ gegriffen werden, um das Unfallopfer von der Stromleitung wegzuschlagen. Zumeist löst sich dieser aufgrund der Muskelverkrampfung doch nicht vom Stromkreis.

Wie kann man helfen?
Die einzige und richtige Maßnahme ist, am Sicherungskasten die Stromleitung auszuschalten. Nur so kann gewährleistet werden, dass man als Ersthelfer nicht selber in Lebensgefahr gerät. Dabei muss die Sicherung vor Wiedereinschalten gesichert werden (z.B. durch ein Klebeband). Eigenschutz geht immer vor.